Vor mehr als einhundert Jahren wütete der Erste Weltkrieg. Mein Urgroßvater Walter lag in einem Granatenloch und hat, wie er es sagt, auf den Tod gewartet.

Doch dann sah er ein helles Licht vor seinen Augen, aus dem ein Mann auf ihn zukam, der die gleiche Uniform wie er selbst trug. Er hob ihn auf und brachte ihn in Sicherheit. Es ist zwar nicht die Hoffnung, die meinen Uropa gerettet hat, aber sie hat seinen Verstand wie ein Anker festgehalten, damit die Flut der Todesangst ihn nicht mitreist.

Hoffnung ist ein sehr mächtiges Gefühl. Es hilft vielen von uns positiv zu denken, selbst wenn alles in einem Chaos und in Trauer zu versinken droht. Sie hält uns wie ein Anker fest an den Lebenswillen.

Doch die Hoffnung hat leider zwei Seiten, wie die Dublone im Computerspiel, denn wenn zu viele Hoffnungen zerreißen, kann einen diese Flut von Trauer und Negativität direkt in eine Depression oder schlimmer gar, in den Tod, treiben.

Hoffen kann man, wenn man glaubt, dass das Seil des Ankers, hält. Und damit muss nicht zwingend ein Gott gemeint sein, sondern irgendwas wie man selbst, Technologie, die Mitmenschen, die Wissenschaft, ein Schutzgeist oder ein besseres Leben. Das Schiff, der Mensch, kann ohne Seil, den Glauben, nicht an dem Anker, Hoffnung hängen. Sie hält uns am Meeresgrund, den Lebenswillen. So erfordert Hoffen ein gewisses Maß an mentaler Stärke, ein gewisses Maß an positivem Denken und man muss sich überhaupt erst die Mühe machen zu hoffen.

Doch Hoffnung kann ein sehr mächtiger Antrieb sein, wie zum Beispiel im Fall von Martin Luther King. Seine Hoffnung auf eine bessere Zukunft war seine stärkste Motivation. Mein Uropa hat trotz allem auf das Überleben gehofft.

Wir können immer wieder erneut hoffen, auch wenn nicht alle unsere Hoffnungen in Erfüllung gehen. Egal wie klein die Hoffnung ist, sie kann eine starke Stütze sein.

Also jeder kann Hoffnung haben, selbst die Menschen, die an keinen Gott glauben. Sie hält uns im Chaos des Lebens fest wie ein Anker.

Seid nicht zu faul zu hoffen! Habt auch keine Angst vor Enttäuschungen, hofft, dass es besser wird!

Jonas Scherrer, 20 Jahre, Schüler am BBZ Bad Segeberg